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Die Krukenburg war eine ungewöhnliche Kirchenburg, denn sie war gleichzeitig Wehr- und Wohnbau und beherbergte weltliche und geistliche Macht, die nicht selten als Feinde in ihr wohnten. Um die unterworfenen Sachsen zu befrieden, hielt sich Karl der Große oft im Gebiet der Weser und der Diemel auf. Im Schutz der kaiserlichen Truppen arbeiteten sehr häufig Missionare und errich­teten erste Kirchenbauten. So auch auf dem Krukenberg bei Helmarshausen. Der erste Bau war eine hölzerne Taufkirche, die Johannes dem Täufer gewidmet war. Von diesem ersten Bauwerk ist leider nur ein unterirdisches Arko­solium (Grabform im Felsen) bei Grabungen gefunden worden, der keine Rückschlüsse auf die Form oder Größe der Kirche zulässt. Es ist nicht überliefert, wodurch diese erste Kirche zerstört wurde, dass man sie aber durch einen beachtlichen Neubau ersetzte, spricht für die Bedeutung des Bauwerkes. Die altertümliche Mauertechnik der 1107 errichteten Heilig-Grab- Kirche sowie das Fehlen jeglichen Schmuckes lassen auf karolingische Baugewohnheiten schließen. Der Grundriss zeigt deutlich die kreuz- und kreisförmige Anlage des Kirchenbaues. Nichts deutet darauf hin, daß die mächtigen Arkaden gestützt wurden. Das Mauerwerk der Rotunde war sogar noch durch Fenster zwischen den Kreuzarmen unterbrochen. Die Pläne für diesen Kirchenbau stammen aus dem Orient, wo dieser als Kreuzkuppelkirche bekannte Bautyp weit verbreitet ist. Der Helmarshäuser Abt Wino wurde im Jahre 1033 von seinem Bischof nach Jerusalem gesandt, um die genauen Pläne der Heilig-Grab-Kirche zu besorgen, denn dieser Plan sollte auf dem Kruken­berg verwirklicht werden. Diese Kirche war jedoch im Jahre 1009 zerstört worden; um nicht mit leeren Händen zurückzukehren, brachte der Abt den Grundriss einer Kreuzkuppelkirche mit, von dem er annahm, dass dieser der Heilig-Grab-Kirche am ehesten entsprach. Etwa 100 Jahre nach der Erbauung der Kirche entstand um diese herum die mächtige Befestigungs­anlage. Auf dem Höhepunkt der Spannun­gen zwischen dem Kloster Helmarshausen und dem Bistum Paderborn glaubte man die Bergkirche und das Kloster durch eine solide Anlage besser schützen zu können. Eine hohe Burgmauer mit vorgelegtem Graben umschloss die Krukenbergkirche. Daneben erhob sich der mächtige Turm mit gewaltiger Mauerstärke, der nur durch eine kleine Tür in halber Höhe zugänglich war. Außer dem Torturm und zwei runden Mauertürmen waren auch zwei Wohngebäude in die Umfassungsmauer eingefügt: Das rechteckige Abtshaus, von dem nur noch Mauerstümpfe und einige Kellerge­wölbe erhalten sind und das 1338 errichtete, halbrund in die Mauer eingefügte, Paderborner Haus. Große Kaminanlagen, Wandnischen und -schränke lassen auf eine gewisse Wohnlichkeit schließen, die sich die Paderborner Vögte hier gönnten. Größere Wirtschaftsgebäude hat die Krukenburg nicht besessen, lediglich ein Brunnen ließ sich in den Burgmauern nachweisen. Die Burg entsprach wohl den in sie gesetzten Hoffnungen, konnte aber niemals entscheidend in das Schicksal von Stadt und Kloster eingreifen. Die Burg wurde nie kriegsbedingt zerstört. Sie verfiel allmählich. Die gesamte Anlage wurde in den letzten Jahren restau­riert und renoviert, um der Nachwelt zumindest die Ruinen dieser einmaligen Befestigung zu erhalten. Die Krukenburg ist eine ungewöhnliche Kirchenburg, denn sie war gleichzeitig Wehr- und Wohnbau und beherbergte weltliche und geistliche Macht, die nicht selten als Feinde in dieser Befestigungsanlage wohnten.

INFORMATIONEN

ÖFFNUNGSZEITEN

1. April - 31. Oktober
Täglich 10 – 18 Uhr

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bi pr krukenburg 46 Krukenburg & Kloster
Helmarshausen
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INFOS

Kiosk Krukenburg
Tel.: 01578/3972001

PREISE

Erwachsene 1,50 €
Kurkarte 1,- €
Kind 5-15 Jahre 1,- €
Gruppe 12 Pers. (ERw.) 1,- €

KONTAKT

Tourist Information
Weserstraße 19
34385 Bad Karlshafen
Tel. 05672 9226140
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